Chlorothalonil ist ein Wirkstoff, der in Pflanzenschutzmitteln seit den 1970er Jahren gegen Pilzbefall als sogenanntes Fungizid zugelassen ist. Er wurde verbreitet im Acker- und Gemüsebau sowie auf Golfplätzen eingesetzt. Im Sommer 2019 hat der Bund infolge neuer Erkenntnisse aus der EU den Stoff auf seine Risiken hin neu beurteilt. Die daraus entstehenden Veränderungen haben Auswirkungen auf die Landwirtschaft, Umwelt und Trinkwassergewinnung: Der Einsatz von Chlorothalonil wurde ab 2020 verboten und Höchstwerte für Abbauprodukte von Chlorothalonil (sogenannte Metaboliten) festgelegt.
Nachfolgend finden Sie eine Zusammenstellung nützlicher Informationsquellen aus den Bereichen Trinkwasser, Grundwasser und Landwirtschaft:

Trinkwasser

Im Rahmen der Selbstkontrolle  ist das Trinkwasser auf eine allfällige Belastung zu prüfen und dessen Entwicklung zu beobachten. Nach den heutigen Kenntnissen stehen hierbei insbesondere die Chlorothalonil-Metaboliten R 417888 und R 471811 im Fokus.

 

Grundwasser

Die Dienststelle Umwelt und Energie (uwe) untersucht in Zusammenarbeit mit dem Bund die Wasserqualität des Grundwassers (Nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA). Mit den bisherigen Messungen von Ende 2019 und Anfang 2020 wurde festgestellt, dass die Anforderungswerte für ein Abbauprodukt von Chlorothalonil (R471811) im Grundwasser teilweise überschritten werden. Dies trifft vor allem auf Grundwasservorkommen in Gebieten zu, in denen verbreitet Ackerbau betrieben wird. Vorkommen in Gebieten, in denen Grünlandnutzung oder Wald dominieren, sind weniger betroffen. Ebenso sind Grundwasservorkommen mit hoher Erneuerungsrate durch Flusswasser wie beispielsweise entlang der Kleinen Emme oder der Reuss, weniger betroffen. Die Dienststelle Umwelt und Energie ist zur Zeit daran, mit zusätzlichen Messungen eine bessere Übersicht über die Belastung der Grundwasservorkommen mit Abbauprodukten von Chlorothalonil zu erhalten.

Chlorothalonil wird im Boden nur langsam umgewandelt. Trotz des Anwendungsverbots wird die Belastung des Grundwassers mit Abbauprodukten noch Jahre dauern. Im Rahmen der Grundwasserbeobachtung wird die Dienststelle uwe diese Entwicklung an repräsentativen Messstellen verfolgen um Aussagen zum Abbauvorgang in den verschiedenen Grundwasservorkommen machen zu können.

Rasche Lösungen für die betroffenen Wasserversorgungen sind meist nicht in Sicht. Die wichtigste Massnahme ist das Verbot der Anwendung von Chlorothalonil seit Anfang 2020. Mittel- bis langfristig kann die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser erhöht werden, indem Wasserversorgungen sich besser über Verbundleitungen vernetzen. Damit können nicht nur Probleme mit der Wasserqualität gelöst werden, auch bei Wassermangel infolge von Trockenheit kann Wasser aus Gebieten mit ergiebigen Grundwasservorkommen zugeführt werden. 

 

Landwirtschaft

  • Website  Pflanzenschutzmittel des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW)
  • Medienmitteilung vom 12.12.2019 des BLW: Zulassung für Chlorothalonil wird mit sofortiger Wirkung entzogen